Wochenkommentar: Die Hypo-Krise, das Ende der Finanzwelt?
Kategorie: Hypotheken Krise, 12.August 2007
Warum konnte es so weit kommen, dass die Hypotheken Krise in den USA den globalen Finanz- und Aktienmarkt so massiv erschüttert? Diese Frage stellen sich Tausende von Anlegern. Sie auch? Warum konnte die Hypo-Krise so ein gewaltiges Aussmass annehmen? Profitiert der Forex Handel von der Krise?
Die Ursache liegt in den USA. Seit dem Jahr 2001 sind die
Gesamtschulden der USA inklusive Regierung, private Haushalte und
Unternehmen jährlich um fast 10% gewachsen. Und der Wert des US-Dollar,
ehemals die stärkste Währung auf der Welt, schmilzt wie die
Alpengletscher langsam, aber stetig dahin. Das kann jeder Forex und
Devisenhändler bestätigen.
Dann kam der Immobilienmarkt in den USA ins stottern. Zur allgemeinen
Verwunderung stiegen die Hauspreise nicht mehr weiter an. Ja, wo doch
alles so schön lief. Die Häuslebesitzer konnten die Häuser immer höher
beleihen und die Banken konnten weitere Kredite vergeben. Die Kredite
waren ja abgesichert.
Warum wachsen in den USA die Bäume nicht in den Himmel?
Weil auch in den USA die Wachstumsgrenzen gültig sind. Nur im
Immobilienmarkt wollte das niemand glauben und betrachtete die
Immobilien als Geldautomaten, die sich auf wundersame Art immer wieder
auffüllten.
Mit den steigenden Zinsen und fallenden Immobilienpreisen hat sich die
Funktion der Immobilien-Geldautomaten umgekehrt. Sie geben kein Geld
mehr, sie wollen Geld. Das ist für viele Immobilienbesitzer eine neue
Situation.
Warum wurde so leichtsinnig Geld in Immobilien verliehen?
Währen der letzten Niedrigzins-Jahre hatten die Banken mit einer
generösen Leichtigkeit Kredite an Verbraucher vergeben. Auch an solche,
die kaum Sicherheiten vorweisen konnten. Die Amerikaner schöpften aus
dem vollen und leisteten sich neben dem Haus auch zwei oder drei Auto
plus nette Ferien. Dazu kamen noch mehrere Kreditkarten. Mit diesen
Easy-Krediten lebte es sich gut auf Pump. Die Zinsen waren niedrig und
die Hauspreise kannten nur eine Richtung, nach oben.
Warum kam jetzt der grosse Knall und warum werden auch Kredinstitute in Deutschland betroffen?
Seit Beginn des Jahres verteuern sich die Kreditzinsen. Die
Niedrigzinsparty ist vorüber und nach dem Rausch kommt nun der Kater.
Mit den steigenden Zinsen wächst die Zahl der Schuldner, die ihre
Schulden nicht mehr bezahlen können.
Ganz im Geiste der globalen Märkte haben die US-Hypothekenbanken ihre
Kredite in die ganze Welt verkauft. Darum kommt jetzt auch eine IKB
Mittelstandsbank oder die BNP Paribas ins schleudern. Es heisst, dass
die IKB 7.9 Mia. Euro in schlechten Anleihen investiert hat.
Warum pumpten die Nationalbanken Milliarden in den Geldmarkt?
Nachdem es sogar Grosse Finanzinstitute wie Bear Stearns, BNP Paribas
und die IKB Mittelstandsbank erwischt hatte, begannen die Banken
einander nicht mehr zu trauen. Und es gibt ja genügend Gerüchte, dass
noch mehr Kreditinstitute auf faulen Krediten sitzen.
Banken, die sich bei anderen Banken Geld ausleihen wollten, hatten
Grosse Mühe Kredite zu erhalten. Und wenn sie Kredite fanden, dann nur
zu massiv höheren Zinsen. Die Angst vor Pleiten liess das Interbanken
System zum stocken kommen. Um eine Bankenkrise zu vermeiden, spülte die
EZB zweimal Milliarden in den Geldmarkt.
Wie geht es weiter?
Die Märkte werden nervös bleiben. Ich denke, das war jetzt ein
Vorbeben, denn das US-Hypozins Problem ist noch nicht ausgestanden. Und
am Horizont ist eine andere Grosse Blase, die darauf wartet zu platzen.
China ist „red-hot“. Wenn die Banken jetzt schon nervös werden, dann
lässt das eigentlich nichts gutes für die Zukunft erahnen und es ist an
der Zeit, das Investment Portfolio nu zu positionieren.
Profitiert der Forex Händler von der Finanzkrise?
Das sind zum Beispiel die Daytrader im Forexhandel. Dort kommt jetzt Bewegung und Volatilität in den Markt.. Oder die Bau-Fachmärkte, die Heimwerker Zubehör verkaufen. In rauhen Zeiten wird wieder viel selbst gemacht.