Finanzkrise wuchert weiter
Kategorie: Forex, 18.Oktober 2008

Noch sind die Auswirkungen der Finanzkrise im täglichen Leben nicht gross spürbar. Ausser bei den Kantonal- und Raifeisenbanken. Dort wächst der Geldberg der Neukunden täglich um Millionen an.
Wer die Finanzkrise auch zu spüren beginnt, das ist die Automobilindustrie.
GM ist tief in den roten Zahlen und will ihr Big-Boy-Toy Hummer so schnell als möglich loswerden. Aehm, da dürfte wohl kaum ein Spitzenpreis erzielt werden. Grosse Spielzeuge sind im Moment nicht speziell im Trend.
Neuentwicklungen kosten Geld und Kredite sind nur schlecht und zu hohen Zinsen zu erhalten. Aber auch die Zulieferer haben Probleme an Kredite zu kommen.
In Stuttgart sind bereits die ersten Zulieferer bei Mercedes vorstellig geworden um anzufragen, ob Investitionen vorfinanziert werden können.
Mercedes wird die Produktion bis Ende Jahr herunter fahren. Auch BMW kürzt die Produktion. Der Abschwung trifft die Premium Hersteller mit ihren Dickschiffen besonders hart, weil der Trend zu kleinen und sparsamen Autos geht.
Wenn die Produktion bei den Herstellern gekürzt wird, dann wirkt sich das auch auf die Zulieferer aus. Weniger Produktion bedeutet auch weniger Arbeiter.
Die Immobilienkrise in den USA ist immer noch voll am laufen. Der Wohnungsbau ist auf dem tiefsten Stand seit 1945. Auch hier spielt die Kreditknappheit eine wichtige Rolle. Es ist sehr schwierig geworden einen Immobilienkredit zu erhalten.
Eine Bekannte aus San Diego sagte mir, dass es in der Umgebung täglich Leute gibt, welche ihre Häuser abschliessen, das Auto stehen lassen und in eine Mietwohnung ziehen. Weil sie das alles nicht mehr finanzieren können.
Diese Situation führt zum Einbruch des Konsums und das spüren bereits Export Nationen wie China ganz deutlich.
Bis zum nächsten Aufschwung dürfte es noch etwas dauern. Leider.